Manifest von Castellina / Chianti

 

Manifest von Castellina

für ein Europa der gemeinsamen Güter & kollektiven Rechte

Wir stehen einer globalen Finanz-, site Wirtschafts-, stomach Umwelt- und Ernährungskrise gegenüber, what is ed die unsere Demokratie zerbrechlich macht. Diese Krise war vorhergesagt, sie resultiert aus dem vorherrschenden System, das zu einer unkontrollierten Finanzspekulation, zu einer Erschöpfung und Vergeudung der natürlichen und Ernährungsressourcen, zum Ausschluss eines wachsenden Anteils der Bevölkerung vom Zugang zu den grundlegenden Gütern und Diensten und zum Prozess der Zerstörung menschlicher Beziehungen führte.

Um aus dieser Krise herauszukommen, ist eine Neuformulierung der Prinzipien, der Werte und der Aktionsmittel erforderlich, die es dann ermöglichen, die gemeinsamen Güter zu verwalten. Zahlreiche Organisationen der Zivilgesellschaft sind bemüht, um auf das beste auf unterschiedlichen Niveaus auf diese Herausforderungen zu antworten.

Die derzeitige institutionelle Rahmen hat bisher nur begrenzte sektorielle oder territoriale Antworten darauf gefunden. In Europa erlebt man jedoch das Zustandekommen zahlreicher Rahmenabkommen zwischen Institutionen, Unternehmen, Gewerkschaften und Verbände. Diese Abkommen anerkennen die von der Zivilgesellschaft errungene unumkehrbare Rolle.

Es ist Zeit, dass die Zivilgesellschaft an der Definierung eines neuen, nunmehr globalen Rahmens für die gemeinsamen Güter und kollektiven Rechte teilnimmt, der sich auf die Leitungsmethode

Es ist an der Zeit, dass die Zivilgesellschaft an der Definition eines neuen, nunmehr globalen Rahmens der gemeinsamen Güter und der kollektiven Rechte teilnimmt, der die Managementmethoden der Wirtschaft, das individuelle Verhalten, die Einschätzung der Politik und die Fortschrittsindikatoren umfaßt.

Wenn auf der Ebene der Europäischen Union die Organisationen der Zivilgesellschaft sich zusammenfinden, um gemeinsam mit den Institutionen, den Unternehmen und den Gewerkschaften eine feierliche Proklamation in Form einer Charta, eines Paktes oder eines anderen Dokumentes auszuarbeiten, dessen Benennung nach Beschlussfassung (im Nachfolgenden “Proklamierung” genannt) festgelegt wird, wird es möglich sein, die Krise zum Anlass zu nehmen, um im europäischen Aufbau voranzukommen und zu einer Wohlstandsgesellschaft für alle zu gelangen. Die gemeinsamen Güter sind Güter, Dienstleistungen und Ressourcen, die allen zugute kommen. Es sind materielle oder immaterielle, kulturelle und/oder soziale Gegebenheiten, die eine Bedeutung für die Achtung des Lebens und der Ökosysteme, die Entfaltung und den Wohlstand der Menschen, eine neue ökonomische und politische Ethik, neuer Managementmethoden der Wirtschaft, der Finanzen und der Unternehmen haben. Ethische Werte und gemeinsame Güter sind eng miteinander verbunden.

Die gemeinsamen Güter sind für den Frieden, die Freiheit und die Demokratie, für die Gerechtigkeit und die Gleichheit, die Umwelt und den Schutz der Ressourcen, für das kulturelle Erbe, die Teilhabe und die Anreicherung des Wissens, für die Rechte der zukünftigen Generationen, für die Solidarität notwendige Güter.

Kollektive Rechte sind zugestandene und/oder kollektiv ausgeübte Rechte. Sie werden durch Gruppen verteidigt, denen die Rechte durch die europäischen Institutionen und Gerichte garantiert sind.

Die Verwaltungsrichtlinien der gemeinsamen Güter und kollektiven Rechte ergeben sich aus Anwendungsbestimmungen der Proklamation.

Zur Verwirklichung des Beratungs-, Ausarbeitungs- und Bestätigungsprozesses der Proklamation müssen entsprechende Methoden, Mittel und Ressourcen zusammengefasst und mobilisiert werden.

Um die Erwartungen der europäischen Bürgerinnen und Bürger in ihre gemeinsame Zukunft zu formulieren, ist es wichtig, dass die drei Beteiligungsprozesse so breit wie möglich die zu überwindenden geographischen, kulturellen, sozialen und technischen Besonderheiten berücksichtigen und ständig durch die aus allen territorialen – kommunale, regionale, nationale und europäische – Ebenen kommenden Leistungen gespeist werden.

Die Unterzeichner des Manifestes rufen alle Organisationen der Zivilgesellschaft dazu auf, die augenblickliche Krise zum Anlass zu nehmen, um eine Erneuerung des europäischen Aufbaus zu erreichen.

Dieses Manifest wurde in Casa al Bosco, Castellina in Chianti, Italien, am 22. Februar 2009 von einer Gruppe von elf in zehn Organisationen der europäischen Zivilgesellschaft mitwirkenden europäischen Bürgern aus sieben Mitgliedsstaaten der EU ausgearbeitet.

  • Nelly Bandarrajazra, Mitglied von AFEM, Brüssel, Belgien
  • Jean-Claude Boual, Mitglied von CELSIG, Paris, Frankreich
  • Anne-Marie Boyer, Mitglied des COMITE POLITIQUE & PAUVRETE, Puiseux Le
  • Hauberger, Frankreich
  • Pietro Emili, Mitglied des ECAS, Brüssel, Belgien
  • Horst Grützke, Mitglied des Europäischen Bürger-Netzwerkes  EUROPA JETZT, Potsdam, Deutschland
  • Matthieu Calame, Programmleiter in der FONDATION CHARLES LEOPOLD
  • MAYER, Paris, Frankreich
  • Philippe D. Grosjean und Raymond Van Ermen, Mitglieder des STÄNDIGEN FORUMS DER EUROPÄISCHEN ZIVILGESELLSCHAFT, Brüssel, Belgien
  • Daniel Hackenberg, Mitglied der INITIATIVE ZIVILGESELLSCHAFT,  Wien, Österreich
  • Jacqueline De Groote, Mitglied der INTERNATIONALEN EUROPÄISCHEN BEWEGUNG, Brüssel, Belgien
  • Mikael Böök, Mitglied des NETWORK INSTITUTE FOR GLOBAL DEMOCRATIZATION, Helsinki, Finnland

 

Ausgangspunkt

Donnerstag 21. Oktober 2010 von Horst Gruetzke

Ausgangspunkt dieses Projektes, dass auf die Anerkennung gemeiner Güter und kollektiver Rechte in den einzelnen Gesellschaften in den Ländern, aber auch der gesamten Menschheit dieses Planeten zielt, ist im Grunde genommen das MANIFEST VON CASTELINA. Dieses Manifest wurde im Februar 2009 in Castellina / Toscana, Italien von einem guten Duzend Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaft erarbeitet und einstimmig verabschiedet.

Mit dem Manifest von Castalina sollte nach Meinung der Autoren zumindest der Ansatz einer Antwort auf die Herausforderungen der weltweiten Finanz-, Wirtschaft-, Politik-, Kultur- und Demokratiekrise geben werden, für die die herrschende Politik bislang keine gefunden bzw. gegeben hat. Gleichzeitig stellt dieses Manifest von Castellina auch eine ersten Schritt zur Realisierung einer neuen Demokratieform, die der partizipativen Demokratie, dar. Bereits seit einiger Zeit kommt aus der Zivilgesellschaft diese Forderung, verbunden mit der beweisbaren Feststellung, dass die Menschheit heute unter den Bedingungen der gegenseitigen Abhängigkeit einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers lebt.

Seit Castellina organisiert sich die europäische Zivilgesellschaft regional und lokal, um die Forderung nach Anerkennung der gemeinsamen Güter und der kollektiven Rechte Realität werden zu lassen. In Brüssel debattiert man im Ständigen Forum der Zivilgesellschaft über die theoretische Auslegung von gemeinsamen und öffentlichen Gütern; in Rom organisierte der Mitorganisator der Tagung von Castellina, Virgilio Dastoli, ein Kolloquium zu den Fragen der öffentlichen Güter und der kollektiven Rechte und bereitet für Mai 2011 eine weitere große Konferenz vor. Noch im Oktober 2010 berieten schottische Bürger zu diesem Thema, um ihrerseits auch die europäische Breite dieser Antwortfindung auf die weltweite noch immer andauernde Krise zu finden. Viele sehr unterschiedlich thematisierten Vereine der Zivilgesellschaft mit ihren Forderungen nach Frieden, nach einer atomwaffenfreien Welt, auf nachhaltige Entwicklung auf allen Kontinenten, nach einer von der Menschheit insgesamt zu übernehmenden Verantwortung für den Erhalt des Planeten mit seiner biologischen Vielfalt und Erneuerbarkeit, nach Durchsetzung der Gleichheit eines jeden Menschen, unabhängig von seiner Herkunft, seines Glaubens oder auch seiner sexuellen Bestimmtheit, viele dieser Vereine finden sich in jenen Fragen zusammen, die sie nur gemeinsam lösen können.

Die unterschiedliche strukturierte Zivilgesellschaft ist aufgerufen, sowohl das Eine als auch das Andere in transnationalem Zusammenwirken zu realisierten. Nur so kann der Erfolg gesichert werden.

Diese neue Qualität der Zusammenarbeit innerhalb der Zivilgesellschaft wird sich nach Auffassung sowohl der Autoren und Initiatoren und der Mitunterzeichner dieses Projektes „Pakt der Völker über gemeinsame/öffentliche Güter und kollektive Rechte“ als Erfolg sichernde Aktion erweisen. Diese Gewissheit rührt im übrigen auch aus der Erkenntnis her, dass zum Beispiel einige lateinamerikanische Völker auf legalem Wege ihre gemeinsamen und öffentlichen Güter bereits selbst bestimmt haben und auch die jeweilige kollektiven Rechte – aber Pflichten darauf verfassungsgemäß festschrieben.

Wie lange noch in Europa zögern, diesen Weg ebenfalls zu gehen? Die europäische Grundrechte-Charta braucht nur durch kollektive Rechte ergänzt und auf den einzelnen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens die Bürgerbeteiligung an der Entwicklung de Gesellschaft verwirklicht werden.

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